Hochwasser und Niedrigwasser am Rhein


So sensationell und atemberaubend die Fotos von Rhein-Hochwassern sind, so interessant sind die von Niedrigwasserständen. Diese Fotos entstanden am 17.08.2003 und am 19.11.2011 als der Pegel in Kaub die niedrigste Fahrwasserhöhe seit Jahren mit 85cm, bzw. 64 cm anzeigte. Ab 60 cm ist die Schifffahrt nur noch mit verringerter Ladung möglich, ab 40 - soweit ich weiss - nicht mehr möglich.
Es ging im Sommer 2003 aber auch noch tiefer; da zeigte der Kauber Pegel nur noch knapp über 40 cm. Ob er das im November 2011 noch schafft, ist fraglich (soll regnen). Mal sehen.
Bei Niedrigwasser sieht man, warum es heute des Echolots und Radars bedarf und früher und auch heute noch der Rheinlotsen, um ortsfremde Schiffführer um die Sandbänke und Riffe zu führen. Dazu gab es in fast jedem Rheinort ein Lotsenhaus, samt entsprechender Ausstattung an Lotsenbooten und Lotsenpersonal.
Und 2018 - ein Rekordjahr. Endloser Sommer - es hat von Mai bis Oktober vielleicht an 4 Tagen mal gaaanz leicht geregnet. Wasserstand am 22.10.2018 TIEFSSTAND seit eeewigen Zeiten! Am 22. Oktober mache ich nochmal eine Tour am Rhein entlang und werde das Drama fotografien.
Wobei ich denke... das Jahrhundert ist noch lang und es gibt sehr viel Zeit, um den Tiefststand von 2018 noch zu unterbieten. Wenn die Alpengletscher erst mal abgescholzen sind, die über den Sommer hinweg Wasser nachliefern, dann wird das hier so aussehen wie in Spanien: Im Sommer ausgetrocknete Flüsse und leere Reserven.



Sandbank Oberwesel 19. November 2011 - Pegel Kaub 65 cm


und 26. November 2011 - Pegel Kaub 49 cm




Die Sandbank von Oberwesel am 04.11.2015, nicht ganz so trocken, wie

im November 2018 - Pegel bei rund 30 cm in Kaub

Dieses Foto habe ich sehr dankbar vom TV abfotografiert. Ich war geradeaus, oben auf dem Berg
über dem golden ausehenden Weinberg und habe die Sandbank von Süden aus fotografiert.


Hinter der Rheinschleife da oben, liegt St. Goar
die Sandbank dort sah Anfang November 2018 so aus:



Hier sieht man auch schön, wie eng es zwischen den 7-Jungfrauen-Felsen oben,
der Sandbank rechts und der Felseninsel links im Rhein zugeht. Denn die Riffe
gehen unter Wasser noch weiter und lassen wenig Platz. Und wie mag es wohl zur Römerzeit ausgesehen haben, als die Riffe und Untiefen noch nicht ausgesprengt waren und der Rhein eh noch einen 2 Meter tieferen Wasserstand hatte, weil es am Oberrein noch großzügig von den Vogesen bis zum Schwarzwald über die ganze Breite des Oberrheingrabens, Neben- und Altarme des Rheins gab, die das Wasser auf viel Fläche verteilten.
Das Aussprengen soll nun evtl. weitergehen. Mehr Tiefgang für die Schiffe soll her.Wenn die Politik dem Gejammer folgt, dann werden wir wohl bald im Sommer im Mittelrheintal nur noch eine kanalartige Fahrrinne zu sehen bekommen, mit sehr, sehr viel Ufer.


Das Schlimme ist, der Pegel rotiert seit Ende August - aktuell auch am 29.11.2018 - immer noch um die 30 cm in Kaub.
Ich habe in meinem ganzen Leben, also bewusst seit mindestens 45 Jahren, noch keine sooo lange Dürre- und Tiefstwasserphase am Mittelrhein erlebt. Der Klimawandel ist da.
Ist jetzt schon der dritte "Jahrhundert"sommer innerhalb 15 Jahren. Er wird nicht der Letzte bleiben.

Gestern kam ein toller Bericht zum Klimawandel, speziell für den Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg. Die Statistik zeigt, dass wir im Südwesten jetzt schon sämtliche Trendberechnungen zur Temperatur-entwicklung nach oben durchschlagen. Und das schon am Anfang dieser Trendberechnung. Der Südwesten hat bereits jetzt eine durchschnittliche Temperaturerhöhung von 2,7 Grad. Also schon weit über den 2 Grad, die man angeblich politisch verhindern will (und nicht wirklich was tut).
In RLP und BW wird es in den
nächsten 30 Jahren bis 4 Grad Durchschnitt mehr weitergehen. Es geht steil aufwärts. Und das werden die meisten Bäume,
egal ob Nadel- oder Laubbäume und viele Tiere, vor allem die Winterruher und -schläfer nicht überleben.

Bei Gelegenheit stelle ich die Grafik mal ein.




Lotsenhaus in Kaub



Uferregion vor Kaub


Pegelhaus 17.08.2003 (85 cm)
und 19.11.2011 (64 cm)






die neue Fähre zwischen St.Goar und 
St.Goarshausen


Denkmal vom ollen Bluecher, der hier den Rhein bei Eis, Nacht und Nebel überquerte, um die Franzosen zu überraschen.


die Pfalz 2003 und 2011
Sandbank rheinabwärts vor Oberwesel 2003 und 2011




ganz da hinten vor dem Fluss ein Mi - da wird einem erst klar wie breit die Sandbank 2011 tatsächlich ist
Ein paar Impressionen vom November 2011,
Schiff im Fahrwasser verschwindet hinter einer auf der Sandbank gelagerten Kiesbank (so ca. 2-3 m hoch)





Der Blaustich der Fotos resultiert aus dem Feinstaub in der Atmosphäre, der sich in den 3 Wochen Inversionswetterlage im Rheintal angesammelt hat.






Riff mit Flussvegetation






links am Riffrand kann man erkennen, dass die Kiesbank unter Wasser noch weiter geht. Heuzutage ist das Rheinwasser wieder so klar, dass man überhaupt was erkennen kann.



Die berühmt-berüchtigten 7 Jungfrauen, ein Riff mitten im Rhein, dessen Klippen normalerweise unter Wasser liegen. Auch als Hungersteine bekannt, weil ihre dauerhafte Sichtung auf deutlich zu wenige Regenfälle hinweisen und - falls im Frühjahr und Sommer lange sichtbar - nichts Gutes für die Landwirtschaft bedeuten.



Massen von Menschen waren am Sonntag Nachmittag, 26.11.2011 auf der Kiesbank unterwegs - die Parkplätze am Straßenrand entlang voll. 2018 trafen sich hier auch viele Leute wieder, um den neuen Tiefsstandrekord zu besichtigen.

Unter Wasser sieht man, dass die Kiesbank noch weiter geht und gerade noch von Wasser bedeckt ist.


Schattenbussi

romantische Nebenarm bei Osterspai 2003




Sandbank vor Osterspai 2003


und 2011

Wasser wird von Schiff erst verdrängt und legt den Uferbereich frei - kurz danach rauscht es zurück











Im April 2008 war es so ungewöhnlich warm im Rheinland, dass man in St. Goar auch schon wieder den Strand benutzte, um im Rhein zu baden !

Diese Sandbank vor St.Goar wurde im Sommer 2003 als Strandbad genutzt.



Direkt an der B9 in St.Goar - der Imbiss, der da schon seit mindestens Mitte der 70er dort steht. Anlaufstelle besonders für Liebhaber gut gewürzter Nierenspiesse!
Natürlich erhält man auch das gesamte Spektrum an Fast Food - Pommes, Burger und Currywurst

vom Imbiss St. Goar auf St.Goarshausen fotografiert

 
am 19. November 2011 zur blauen Stunde


und am 26.11.2011

Einnehmen kann man das Mahl dann unten am Rhein mit Ausblick auf St. Goarshausen und die Burgen.



Wenn die Schiff das Wasser wegziehen, kann man schon mit Gummistiefeln vom Strand bis zur Sandbank rüber laufen.


neues Rekordjahr 2018 nach unglaublich langer Dürre. Kaub unter 30cm und das seit Mooonaten. Am 29.11.2018 um die 30cm.



Und unser derzeitiges Lieblingscafé in einigermassen spontan erreichbarer Nähe ist das Café St. Goar in St. Goar in der Fussgängerzone.
Warum? Selbstgemachte Kuchen und Torten in angenehm üppigem "Zuschnitt" und natürlich mit Geschmack.



gemütliches Traditionsambiente
und als Zierrat eine Kaffeekannensammlung




Man hat von drinnen oder von der Bestuhlung draußen einen guten Blick auf die Touristen aus aller Welt, die mit Bussen oder per Schiff hier für ein paar Stunden abgeladen werden: Spanier, Briten, Franzosen, Amis, Japaner, Chinesen, Pakistani, Inder und Gäste aus arabischen Regionen.

Schwarzwälder Kirschtorte


Die Kuchentheke, je nach Saison gibt es Quetschekuchen/Pflaumenkuchen, diverse Blechkuchen,
Bienenstich und natürlich immer Schwarzwälder Kirsch.
Uns hat es die Schwarzwälder Kirschtorte sehr angetan. Wir haben sogar gesehen, dass sich Männer auch mal noch einen Kirschschnaps über das Tortenstück giessen - Alk-Doping *lach*

Rhein in Flammen 2015 in St. Goar
Zunächst einmal Anfahrt nach St.Goar. Leichtes Getröpfel und ein wunderschöner Regenbogen mahnten uns an das verregnete Feuerwerksabend 2014. Aber unsere Hoffnungen (und die Vorhersagen des Niederschlagsradars) auf einen trockenen Abend erfüllten sich.



In St.Goar zunächst ein ausführlicher Stopp im Café St. Goar mit einem ordentlichen Stück Schwarzwälder Kirschkuchen.

Natürlich auch ein Besuch am Imbiss und ein Nierenspiesschen musste "sterben". Nette Leute aus dem Flensburger Raum dort getroffen. Die Sandbank guckte aufgrund des niedrigen Wassers ganz ordentlich aus dem Fluss heraus. Weswegen die vielen Ausflugsboote später auch durch die Wasserpolizei zu ihren Ankerplätzen im Fluss geleitet wurden.










Blaue Stunde
Und dann das Warten auf den Feuerwerksbeginn. Auch dieses Jahr wieder wechselweise mal von der Burg Katz, von der Burg Rheinfels und von einem Pontonboot IM Rhein abgefeuert.






















Die Burg Katz unter Feuer....


Im September 2018 gab es wegen der anhaltenden Dürre ein Feuerwerk NUR vom Rheinpontonschiff aus.
Auch ganz nett, aber es fehlte doch etwas.






 Am Niederwerth, nördlich von Koblenz, war von Hauptarm und vom Rheinnebenarm nicht mehr viel übrig

Niederwerth - Nordspitze Richtung Andernach



Der Rheinnebenarm des Niederwerth am 23.11.2011 - Pegel Kaub ca. 55 cm



Die ersten drei Bilder zeigen den niedrigen Wasserstand auf der Hauptarmseite des Rheins, die nächsten den fast trocken gefallenen Seitenarm.



Die "Knochen" des Rheins werden sichtbar

Nebenarm

Ganz schöne Entfernung vom normalen Ufer bis zum Niedrigwasser

Die Möwen feiern zur Zeit wahre Muschelfressorgien - überall liegen die frischgeöffneten Schalen kleinerer und größerer Rheinmuschelarten herum undpräsentieren ihre perlmutterne Innenseite

Steine mit "Frisur" aus Algen








Die Nächste Seite berichtet über meine Erfahrungen mit und meine Empfehlungen für Lokale und Gaststätten in und um Koblenz herum.


Sommer 2015
Dieses Jahr... wieder ein superheisser Sommer mit Temperaturen über 40 Grad in der Sonne.


42 Grad in der Sonne am 30.08.2015






31.08.2015
Bei diesen Temperaturen reifen die Chillis früh im Jahr.




schon am 07.08.15 im Schatten


da sehnt man die Nacht herbei


Das Autothermometer bestätigt die wahnsinnige Hitze.

Und hier ein Video von dem SIEBTEN Gartenschläfer, der mir in die Falle ging und nun einen Migrationshintergrund hat.



























Der Rheinpegel war den ganzen Sommer über dauerhaft niedrig und erreicht Anfang November wieder Tiefststände.
Kaub 68 cm. Kleine Fototour am 04.11.2015 Oberwesel und St. Goar.


Sieben Jungfrauen

Lorelyblick von St.Goar/Urbar/Maria Ruh

St. Goar Strand 04.11.2015






Kaub im Dunst

Kormorane und Co.




Von Mitte März bis Ende November nur eine Handvoll Tage,
an denen es überhaupt ein paar Tropfen regnete.
Juli und August durchgehend bei kurz vor 40 Grad im Schatten!
Niedrigwasser 2018  - alle Rekorde unterboten!
Sandbank gegenüber von Oberwesel
niedrigster Wasserstand seit den modernen Aufzeichnungen
Sandbank St. Goar


und die "Sieben Jungfrauen" ein untrügliches Zeichen für Hungersnotverdächtige Tiefwasserstände in früheren Zeiten
und wie es aussieht, war es wegen des fehlenden Spätfrostes ein Superobstjahr, aber sämtliche Ackerfrüchte sind
dieses Jahr mickrig klein, wegen der dauerhaften Trockenheit. Das wird schön teuer werden.